Mehr oder weniger unverbesserlich

28. Juli 2013 - 11:48 Uhr

Die zweite Brille auf meiner Nase für den stereoskopischen Firlefanz war bei Betrachtung beider Filme nötig, die noch weitere Gemeinsamkeiten haben, handelt es sich doch jeweils um die erste Fortsetzung bekannter amerikanischer Animationsfilme: „Die Monster Uni“, ein Prequel von „Die Monster AG“ und „Ich – einfach unverbesserlich 2“.

Pixars ursprünglicher Monsterfilm hat mir seinerzeit zugesagt, mich erfreute die originelle Konstruktion der zwei parallelen Welten, der Monster- und der Menschenwelt, in deren Kinderzimmer die Monster sich organisiert einschleichen, die Idee, dass die Schreie erschreckter Kinder als Energiequelle dienen, der Dreh, dass die professionellen „Schrecker“ selbst große Angst vor ihren vermeintlich höchst giftigen Opfern haben, all die innerlich wie äußerlich gelungen gestalteten Monstercharaktere wie die eigentliche Handlung, die dadurch ins Rollen gebracht wird, dass eines der gefürchteten Kinder versehentlich die Welten wechselt. Das Tempo ist hoch und die Mischung aus Komik (schätzungsweise 60%), Action (ich sage mal 35%) und Sentimentalität (5%) stimmt.

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Buon compleanno, Adriano

6. Januar 2013 - 00:37 Uhr

75 Jahre alt wird er heute. Ein Anlass, um meinen Adriano-Celentano-Ehrenrettungsversuch noch einmal vorzukramen. Der Mailänder Musiker hat mehr zu bieten als „Azzurro“ und mittelmäßige, miserabel synchronisierte Filmkomödien: Unmengen grandioser, hymnisch-stampfender Lieder, irgendwo zwischen italienischen Folk-Traditionen und Sixties-Beat.

Celentano? Das ist so eine Art italienischer Didi Hallervorden, der irgendwann auch mal einen oder gar zwei ganz hübsche Schlager gesungen hat. Darüber ist man sich hierzulande einig, quer durch alle Alters- und Bildungsschichten. Wer Celentano bei der Beschreibung eigener musikalischer Präferenzen angibt, stößt in der Regel auf ungläubiges Kopfschütteln, in deutschen Musikzeitschriften war nie auch nur eine Zeile über ihn zu lesen und als dann, vor fünf Jahren, aus gegebenenem Anlass, immerhin vier vermeintliche Qualitätsmedien aus dem deutschen Sprachraum Geburtstagsgrüße zum Siebzigsten veröffentlichten, dann las sich das so: Der „Schlagersänger“ ist „als eher flacher Unterhaltungshanswurst“ bekannt und er „wird wohl der liebenswerte Junge bleiben, der nichts kann, dies aber mit Charme und unvergleichlichem Erfolg richtig gut“. Meinte die Süddeutsche Zeitung. In der Neuen Zürcher wurde darüber gestaunt, dass Adriano Celentano der „populärste Italiener“ sei, „rätselhaft“ sei der Erfolg, denn: „Herausragend waren seine Platten nie, seinen kehligen Bariton kennt man zu Genüge, und sein letzter Hit liegt 24 Jahre zurück. (…) Keine Modewelle von Disco bis Electropop, auf welcher der Anpässler nicht gesurft wäre“.

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Unfähige Freibeuter

20. April 2012 - 21:32 Uhr

 

Fünf Jahre lang haben die Animationsfilmer des britischen Aardmanstudio  an ihrem jüngsten Stop-Motion-Film gearbeitet und mindestens vier Jahre lang habe ich mich auf das Ergebnis gefreut. Regie bei „Die Piraten – ein Haufen merkwürdiger Typen“ führte Aardman-Gründungsvater Peter Lord („Chicken Run“) und Vorlage wie Drehbuch stammt von Gideon Defoe, dessen Piratenbücher mit pythonesken Blödeleien erfreuen. Es konnte also eigentlich nichts schiefgehen. Der Film wartet denn auch mit einer Schar fein ersonnener und designter Figuren auf, von dem unfähigen aber geltungssüchtigen Piratenkapitän über einen hinterlistigen Charles Darwin und dessen mittels Texttafeln sprechenden Affen bis hin zu Queen Victoria als das personifizierte Böse, liefert eine Unmenge an kleinen visuellen Gags und Anspielungen und dazu die ausgefeilste Animation, die es aus dem Studio in Bristol bislang zu sehen gab, inklusive veritablen Action-Szenen. Nur die Handlung, an der hapert‘s leider, sie hält leider zu viele Konventionen ein und all die hübschen Pointen und Spielereien nur unzureichend zusammen und so habe ich leider streckenweise doch mehr gähnen als lachen müssen. Wie schade.

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Kurz, nah, Großbereich oder was?

27. März 2012 - 10:43 Uhr

 

Was für eine Erleichterung. Ich dachte immer, es läge an mir, dass ich am HVV-Fahrkartenschalter immer auf Verdacht irgendeinen Einzelfahrschein kaufe und nie weiß, wie weit ich damit fahren darf. Alle anderen schienen nie Probleme zu haben. Sven Dietrich, der Pop64-Blogger, hat sich die Mühe gemacht, das Tarifsystem des Hamburger Verkehrsverbunds gründlich zu untersuchen. Und siehe da: Es ist tatsächlich vollkommen bekloppt.

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You Keep Me Hangin‘ On (4-5)

26. März 2012 - 09:23 Uhr

Eine sehr liebevoll aus „Mad Men“-Schnipseln zusammengebaute Version von „You Keep Me Hangin‘ On, gesprochen zum originalen Motown-Arrangement:

Co-Urheberin Elisa Kreisinger wurde von ihren „gemischten Gefühlen“ gegenüber den „retrosexuellen Frauenrollen“ der TV-Serie motiviert, schreibt sie in ihrem Blog. So wird „You Keep Me Hangin‘ On“ auf seine alten Tage auch noch zum feministischen Protestsong. Hoffentlich dulden die Rechteinhaber diese charmante Piraterie.

Und hier noch eine pompöse Version vom London Symphony Orchestra, die für meinen Geschmack die Grenze zum Unerträglichen überschreitet, wenn die Gitarre einsetzt. Aber hört selbst:

London Symphony Orchestra – You Keep Me Hanging On Get Adobe Flash player

Veröffentlicht wurde diese Aufnahme gegen Ende der Bombastrockära, 1979. Arrangiert und dirigiert hat Andrew Pryce Jackman. Zur Zeit nicht auf Tonträgern erhältlich.

* * *

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You Keep Me Hangin‘ On (1-3)

25. März 2012 - 12:55 Uhr

 

Zum Glück hat mich das Sammelfieber nur ab und an erwischt. Aber wenn, dann richtig. Über Jahre habe ich Coverversionen von ein und dem selben Song zusammengetragen, immer hin- und hergerissen zwischen Entdeckerfreude und Verwunderung über die Maß- und Sinnlosigkeit des Unterfangens, je nachdem, ob ich zuletzt auf Schätze oder aber Schrott gestoßen bin. Es geht natürlich nicht um einen x-beliebigen Song, sondern um den besten Popsong der Welt. Das behaupte ich zumindest seit Jahren, ohne dass es mir bislang gelungen wäre, irgendjemanden  von dieser Wertung zu überzeugen. „You Keep Me Hangin‘ On“ stammt vom Motown-Autorentrio Holland-Dozier-Holland und wurde zuerst von den Supremes 1966 aufgenommen. Ein klassischer Motown-Pop-Soul-Knaller, der noch eine Spur unwiderstehlicher ist als all die anderen großen Hits von den Supremes, den Temptations, den Four Tops, Gladys Knight und den Pips, den Marvelettes, Martha Reeves und den Vandellas, von Marvin Gaye, Stevie Wonder, den Isley Brothers, den Jackson Five und all den weiteren Musikern, die für die Hitfabrik in Detroit in den Sechziger Jahren gesungen haben. Seither wurde das Stück sehr oft und sehr unterschiedlich gecovert und hier gibt’s  jetzt in loser Folge und kleinen Portionen einen Überblick. Los geht’s natürlich mit dem Original:

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Deutschlands deprimierendster Stadtteil

27. Februar 2012 - 01:06 Uhr

Am Wochenende hat man mich nach Braunschweig geschickt. Und weil ich bislang immer nur an Braunschweig vorbeigefahren bin, auf dem Weg nach Wolfsburg oder in den Harz und weil ich neugierig bin auf Städte, empfand ich durchaus Vorfreude. Allerdings stellte sich dann vor Abfahrt heraus, dass die Zieladresse eine Lage am Stadtrand bezeichnet. Gartenstadt heißt das Viertel mit Autobahnanschluss. Ein regelrechtes Autobahnknäuel ist es, das in schlagender Verbindung mit einer breiten Bahntrasse Gartenstadt vom Zentrum abtrennt, wie mir dann erst vor Ort klar wurde. Und diese spektakulär schlechte Lage steigert die übliche Vorortödnis dermaßen, dass ich überzeugt davon bin, gerade das deprimierendste Stadtviertel des Landes entdeckt zu haben. Ins Zentrum bin ich dann gar nicht mehr gekommen, ich konnte mich nicht losreißen von der beeindruckenden Hässlichkeit.

Gartenstadt-0925

Gartenstadt-0929

Gartenstadt-0935

Gartenstadt-0939

Gartenstadt-1306

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Ich will nicht nach Berlin

27. Oktober 2011 - 14:04 Uhr

Der Song zum Blog:

* * *

Trotz Teilnahme am „Bundesvision Song Contest“ plus bescheidender Chartsnotierung hatte ich noch nix von der Band oder ihrem hübschen Berlinsong mitbekommen. Bis ich ihn gestern im Radio hörte. Ich mag ihre Rap’n’Rock-Synthese und ich mag ihre Einflüsse, etwa den trashigen Sixties-Rock’n’Roll der Sonics wie auch mancher Achtziger-Jahre-Wiedergänger , ja mir gefällt die Attitüde wie die Musik von Kraftklub so gut, dass ich mir eben Karten für das Konzert in Lübeck gesichert habe. Hier sind sämtliche Termine.

Auch schön der Song mit den Zeilen:

„Unsre Eltern sind schuld,
sie haben uns in diese Welt entlassen.
Voller Angst, Hass, Lady Gagas und Massenvernichtungswaffen.
Doch vor allem ohne Rock’n’Roll – auf Green Day ist geschissen.“

Beim Konzert sorge ich dann dafür, dass der Altersdurchschnitt kräftig steigt.

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Biene Maja bis zur Volljährigkeit

23. Oktober 2011 - 21:47 Uhr

FSK180

Es ging um die FSK-Freigaben von Filmen. Ein Jahr ist das schon her. Ganz groß, auf dem Titel. Das FSK-12-Siegel selbst sei jugendgefährdend, verkündete die Überschrift. „Finger weg von diesen Filmen, wenn man seine Kinder liebt“, hieß es im Vorspann und dann war ausgiebig die Rede von „von all den miesen, fiesen, grauenhaften Filmszenen, der Fäkal- und Gossensprache, die unsere Freiwilligen Selbstkontrolleure Kindern und Jugendlichen zumuten“. Ein Zwischentitel: „Die Regisseure von heute können nur Rammelsex“. Nach dem Umblättern stieß man dann auf eine Liste mit 46 FSK-12-Filmen von „Schindlers Liste“ bis hin zu „Keinohrhasen“, jeweils mit knappen Anmerkungen einzelner Autoren dazu, welche unfassbaren Schweinereien der jeweilige Film zu bieten hat.

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Neu im Kino: Affen, Liebe, Kinder, Hass

15. August 2011 - 20:06 Uhr

KW32

Die Filmstarts vom 4. und vom 11.8.2011

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Ein Prequel von „Planet der Affen“, zehn Jahre nach dem schwachen Tim-Burton-Remake, da dürfte eigentlich niemand ungeduldig drauf gewartet haben. Einige Kritiken machen aber neugierig: Die Geschichte von den Laboraffen, die zu Intelligenzbestien werden und sich befreien scheint für solch einen Actionfranchisekracher ungewöhnlich klug erzählt zu werden und die mittels Motion-Capture-Technologie zum Leben erweckten Affen sollen den Film zu einem „Triumph der Visual Effects“ machen, so meint jedenfalls Richard Corliss (Time.com). In der FAS beschreibt Cord Riechelmann die Qualitäten des Films auf eine Weise, dass man völlig vergisst, dass es um einen bombastischen Blockbuster geht. „Großartiger Realismus“, schreibt er und es gehöre „zu den herausragenden Leistungen des Films, dass er auch in der Empathie mit den Tieren die Distanz wart“. Und schließlich ist noch die Rede von einer „Form amerikanischer Selbstkritik, wie sie hierzulande noch kein populärer Film hinbekommen“ habe. Ich bin sehr gespannt. Bei imdb hat der Film zur Zeit die Durchschnittsnote 8,0. Ob man sich den Trailer anschauen will, sollte man sich gut überlegen: Da wird das „Kampfaffenballett“ (Riechelmann) des Finales ausgiebig gezeigt. Ich lass‘ mich von dem Anblick lieber an passender Stelle im Kino überraschen.

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Neu im Kino: Perfide Grausamkeiten im pädagogischen Umfeld und eine fragwürdige Win-Win-Situation

29. Juli 2011 - 17:01 Uhr

KW30

Die Filmstarts vom 28. und vom 21.7.2011

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So richtig in den Tritt bin ich noch nicht wieder gekommen. Aber besten Willens bin ich. Wohlan denn!

Eine fiese und offenbar höchst elegant inszenierte Rachegeschichte aus Japan ist „Geständnisse“. Der Racheengel ist Lehrerin, die zu rächende Tat besteht in der Ermordung ihrer kleinen Tochter und die Täter sind Siebtklässler, Schüler von ihr. Das Ganze scheint sehr opulent und bildstark daherzukommen und kann in seiner gewollten Wucht vielleicht auch nerven, die Kritiker zeigen sich aber fast durchweg angetan. Marit Hofmann schreibt in „Konkret“: Dieser Film ist so herrlich unmoralisch, dass er unbedingt auch Zuschauern unter 18 zu empfehlen ist. Lektion 1: Traut keinem Lehrer. Lektion 2: Traut keinem Schüler. Lektion 3: Vertraut aufs japanische Kino“. Und Jörg Buttgereit meint auf fluter.de, das sei „alles ganz schön dick aufgetragen. Aber schön. Schön traurig.“

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Neu im Kino: Weirs Wüstenflüchtlinge und eine muslimisch-jüdische Identitätsverwirrungskomödie

1. Juli 2011 - 16:15 Uhr

KW26

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Die Filmstarts vom 29.6.2011

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Der Plot: Eine Gruppe von Männern entkommt gegen Ende des zweiten Weltkriegs aus dem Gulag und schlägt sich zu Fuß bis nach Indien durch. Regisseur Peter Weir („Der einzige Zeuge„, „Picknick am Valentinstag„) hat das offenbar als bildgewaltiges Drama umgesetzt und jedem zweiten Rezensenten fällt dazu der Name „David Lean“ ein. (Oder einer schreibt es vom anderen ab.) Die Strapazen der Flucht werden wohl ausgiebigst beschrieben, die zu erwartenden zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen bleiben dagegen eher aus, obwohl sogar noch eine gut aussehende Polin zu der Gruppe stößt. Vermutlich ist das Ganze also weder sonderlich spannend noch originell, aber Anschauen schadet nicht.

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Neu im Kino: Nahosttragik, ein Autoanwalt und diverse Anfänger

23. Juni 2011 - 23:06 Uhr

KW25

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Die Filmstarts vom 23.6.2011 (Und auch ein paar vom 16. und vom 9.6.)

Schwester Susanne, so steht es jedenfalls auf ihrem Kittel, hat sich von mir heute morgen, nachdem sie mir Blut abgezapft hat, die Zeitung geborgt, um sich eine Kopie von der Filmseite zu machen. Ihr Interesse galt allein dem Film „Die Frau, die singt“. Und ich glaube, sie hat Recht: Es ist der interessanteste Film der Woche. Meist werden derzeit ja Filme fürs Theater adaptiert, „Die Frau, die singt“ ist mal wieder ein gelungenes Beispiel für den althergebrachten gegenteiligen Weg. Es scheint so, als sei es dem kanadischen Regisseur Denis Villeneuve gelungen, die Geschichte des Stücks „Verbrennungen“ des Libanesen Wajdi Mouawad adäquat auf die Leinwand zu bringen, indem er sich auf Bilder verlässt, statt nur auf Worte. Es geht um eine tote Mutter und deren seltsame Hinterlassenschaft an ihre erwachsenen Zwillinge: Zwei Briefe, an einen tot geglaubten Vater und einen bis dato unbekannten Bruder. Die beiden begeben sich auf Spurensuche in ein nicht genau bezeichnetes Land des nahen Ostens und es entfaltet sich, mit Hilfe vieler Rückblenden erzählt, eine Familientragödie antiken Ausmaßes vor dem Hintergrund von Gewalt und religiösem Wahn.

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Minimenschen und Zeitschleifen

3. Juni 2011 - 12:22 Uhr

KW22

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Die Filmstarts vom 2.6.2011

„Arrietty“ ist ein neuer Zeichentrickfilm aus dem Ghiblistudio, der Heimstatt von „Totoro“ und „Chihiro“ und „Laputa“ und dem „wandelnden Schloss“ und all den anderen Meisterwerken von Hayao Miyazaki. Wem das alles nichts sagt, der sollte besser mit einem der genannten Filme einsteigen und die klaffende Bildungslücke füllen. Und alle anderen brauchen nicht mehr zu wissen, um schleunigst ins Kino zu gehen. Diesmal hat Miyazaki nicht Regie geführt, aber wenigstens das Drehbuch geschrieben. Es basiert auf der Kinderbuchserie „Die Borger“ der britischen Autorin Mary Norton, und wer Kinder hat oder kennt, kann sie diesmal mitnehmen, auch wenn sie gerade erst in die Schule gekommen sind. Ein bisschen Angst habe ich nur vor der Musik von Cécile Corbel

„Arrietty“: Trailer | Pressespiegel | Links | Kinos

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Ebo Taylor – Unwiderstehliche Schnurrgrooves

27. Mai 2011 - 11:32 Uhr

EboTaylorLifeStories

Wieso kennt den keiner? Nicht mal einen Wiki-Eintrag gibt es, auch keine Diskografie bei Allmusic. Der ghanesische Gitarrist und Produzent Ebo Taylor hat in den Siebzigern ähnlich wie Fela Kuti traditionelle Elemente mit Funk gemischt. Letztes Jahr ist sein erstes Album seit Jahrzehnten, „Love and Death“, erschienen, das hat der mittlerweile 75-jährige mit der Afrobeat Academy aus Berlin eingespielt. Da war dann überall die Rede von dem „legendären“ Ebo Taylor. Dass er wirklich ein verblüffendes Werk geschaffen hat, lässt sich erst jetzt überprüfen: „Life Stories“ versammelt Aufnahmen von 1973 bis 1980, die teils von Soloalben und teils von unterschiedlichsten Nebenprojekten stammen.
Alle Stücke werden von durchgehend – wie geloopt – wiederholten Riffs bestimmt, die entweder von Bläsern oder vokal vorgetragen werden. Mit dem darunter ausgebreiteten Highlife- und Afrobeatrhythmen und der obligatorisch dazu flirrenden Orgel ergibt das unwiderstehliche Grooves, die endlos weiter schnurren könnten.
Taylors Gitarrenspiel bleibt meist dezent, setzt aber mit Wahwah-Sounds und Funkriffs deutliche Akzente. Und auch die Tracks, bei denen teils durchgängig nur zwischen gerade mal zwei Akkorden hin- und hergewechselt wird, sind viel zu schnell zu Ende. Die Entdeckung des Jahres. Jedenfalls für einen Funkfreund und Afrobeataficionado wie mich. Was soll da noch kommen?

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